FERTIGUNGSPROZESS

Möbelfertiung_sensoFlex_Tastsystem_15042Wenn Verantwortliche in der Büromöbelbranche auf das Thema Materialen und Umwelt angesprochen werden erhalten sie überwiegend diese Aussagen: Unser Fertigungsprozess schont Ressourcen – Wir recyceln die Möbelrücknahmen – Wir verwenden nur schadstoffarme oder wenn möglich schadstofffreie Materialien …

Passend dazu gibt es seit 1995 eine gesetzliche Vorschrift für ein Betriebliches Umweltaudit, dem nahezu alle Büromöbelhersteller folgen. Wie die Untersuchung von Holger Rohn in Ökoaudit und Ressourcenmanagement gezeigt hat, müssen in der Neumöbelfertigung diese Maßnahmen in der Produktion ergriffen werden

  • Schadstoffreduzierten oder – freie Produktion
  • Minimierung des Materialeinsatzeses
  • Einsatz von Recycelbaren Materialien
  • Sortenreine Zerlegbarkeit der Möbel
  • Mehrweg-Verpackungen

Unter die Lupe genommen: Hochglanzfertigung

Wir schauen da mal von Greeoffice bei einem für die Möbelindustrie wirtschaftlich sehr attraktivem Fertigungsprozess genauer hin: der Hochglanzfertigung.

In der aktuellen Ausgabe von Möbelfertigung 06/2011 ist zu lesen: „Ein Wachstum von fast vierzig Prozent in einem Jahr ist schon beachtlich. Wenn dieses Wachstum vor allem – wie bei der Möbelfoliensparte des österreichischen Hochglanzspezialisten Senoplast – in gesättigten Märkten erwirtschaftet wurde, beeindruckt diese Leistung noch mehr. „Das Jahr 2007/2008 war hervorragend“, freut sich Sales Manager Hannes Eder. „Unser Wachstum kam in erster Linie aus Deutschland und Italien, aber auch von Übersee und dem asiatischen Raum.“

Die Gründe für den Unternehmenserfolg: Hochglanz liegt weltweit im Trend, zudem scheint das Unternehmen ein nach wie vor in der Summe konkurrenzloses Produkt anbieten zu können.

Hochglanzfertigung bei Hülsta-Möbel

Schauen wir mit den Greenoffice-Blick auf die Ressourcenschonung zeigt sich am Beispiel der Fertigung von Hochglanzoberflächen bei Hülsta „ …Seit meinem Besuch (Anm.: Besuch der Journalistin) in der Fertigung weiß ich, wie viel Zeit, handwerkliches Geschick, technisches Know-how, Erfahrung und Hingabe nötig (sind), um diese kostbaren Hochglanzlack-Oberflächen herzustellen. Mindestens zwei Wochen ist ein Bauteil in dem Zyklus aus Lackieren und Trocknen unterwegs. Die dritte und letzte Lackierung härtet allein zwei Tage.“

Fotolia_38096103_XSGreenoffice-Resümee

An dieser Stelle sei bei diesem Beispiel wieder erinnert an die oben benannten Postulate der Neumöbelfertigung von 1995 mit der Maßgabe Schadstoffreduzierung, Minimierung des Materialeinsatzes und Einsatz von Recycelbaren Materialien. Schauen wir auf die Ökobilanz von Hochglanzmaterialien ist diese relativ schlecht: der Herstellungsprozess dauert wegen hohem manuellem Aufwand (siehe oben) deutlich länger und die Empfindlichkeit bei Benutzung und Pflege ist ebenfalls um ein vielfaches höher als bei klassischer Produktionsweise. Und die recycelquote der Bauteile geht fast gegen Null.